Kampf gegen Windmühlen?

Veröffentlicht auf 15. Mai 2015

Kampf gegen Windmühlen?

Leider ist es so, übermäßige Selbstüberschätzung gepaart mit Nichtwissen von Seiten eines potentiellen Kunden heißt im Klartext, dass für einen Webdesigner sich daraus Schwierigkeiten ohne Ende mit dem Interessenten ergeben würden. Denn Probleme sind dann jeweils vorprogrammiert.

Der Interessent hat feste Vorstellungen und meint, dass der Webdesigner diese ohne wenn und aber umsetzen muss. Obwohl der potentielle Kunde zumeist keinerlei Kenntnisse von Webdesing hat und vermutlich sich ja auch nicht anmaßen würde, einem Monteur entsprechende Anweisungen zur Reparatur seines Vollwaschautomaten zu geben.

Beim Webdesigner aber machen dies potentielle Kunden eigenartiger Weise, obwohl sie selbst von der Materie Webdesign keinerlei Ahnung haben und nicht berücksichtigen, dass auch Webdesign nichts anderes als ein Handwerk ist, wozu technisches Know How und eine Menge an Wissen und auch stetige Fortbildung von Seiten eines Webdesigners erforderlich ist, um jeweils den aktuell und international geltenden Webstandards gerecht zu werden.

Bei potentiellen Kunden, die nichts dergleichen berücksichtigen und auf ihre technisch nicht realisierbaren Wünsche bestehen, was dann folgt, ist sozusagen Kampf eines Don Quixote de la Mancha gegen Windmühlen, den der Webdesigner auszuführen hätte.

Und wer will das schon! Der Webdesigner, von dem hier die Rede ist, jedenfalls wollte es nicht. Denn schon William Shakespeare (1564-1616) wusste, dass Derartiges nicht erfolgreich sein kann, nur unnötig Zeit, vergeutete Energie sowie auch unötiger Weise Nerven kostet...

Der Werdegang ist folgender:

Per E-Mail wurde an den Webdesigner die Anfrage gerichtet, ob man ihn unterstützend für ein Homepages-Projekt buchen könnte. Da weiter nichts aus der Mail hervorging, fragte der Webdesigner entsprechend zurück, ob es bereits eine zu aktualisierende Website gibt, was an Unterstützung benötigt oder ob evtl. von ihm die Erstellung einer neuen Website gewünscht wird.

In der darauf eingehenden Antwort-Mail war der Interessent jedoch auf die gestellten Fragen mit keiner Silbe eingegangen, so dass der Webdesigner folglich seine Fragen erneut stellte und gleichzeitig um einen Anruf bzw. Mitteilung einer Telefonnummer bat, um sich mündlich über die bestehenden Wünsche und Vorstellungen des Interessenten austauschen zu können.

Darauf erhielt der Webdesigner eine dritte Mail, in der allerdings wieder nicht auf die Beantwortung seiner gestellten Fragen eingegangen wurde. Ebenso wenig wurde eine Telefonnummer für einen Rückruf benannt. Der Mail war dann lediglich zu entnehmen, dass bereits eine Website online ist, die sich in keinem optimalen Zustand befände, was so nicht länger hinzunehmen wäre.

Okay, dachte sich der Webdesigner, demzufolge wird wohl eine Unterstützung zur Überarbeitung der vorhandenen Website benötigt. Also fragte der Webdesigner nun an, was konkret an Unterstützung gewünscht wird und schlug nochmals vor, dass sich die Einzelheiten bestenfalls doch in einem Telefonat besprechen ließen.

Es folgte eine vierte Mail vom Interessenten, und über deren Inhalt musste der Webdesigner dann wirklich schmunzeln:

Ich werde die Seiten neu aufbauen in responsiven Design etc.. Hauptziel ist, Information in weitgehend statischen Seiten zur Verfügung zu stellen. Die Seiten werden bei keiner Suchmaschine gefunden, daher werde ich diese auf eine noch nicht festgelegte Adresse umhängen, weil ich die URL nicht gut finde. Mit Webdesign habe ich mich bisher noch nicht befasst und muss mich erst einlesen in dieses Arbeitsgebiet. Das dürfte allzu schwierig für mich aber nicht werden. Grundsätzlich will ich bis spätestens nächsten Monat damit fertig sein. Die Anfertigung der Homepage mache ich selbst. Was muss man hierfür veranschlagen?

Ja, was muss der Interessent hierfür veranschlagen, diese Frage hätte der Webdesigner freilich nicht beantworten können, da der Interessent geschrieben hatte, dass er die Neuanfertigung der Website selbst vornehmen wird. Es war aus keinem einzigen Satz hervorgegangen, was der Interessent vom Webdesigner als unterstützende Leistung hätte in Anspruch nehmen wollen.

Aber...., dass jemand eine flexible responsive Website mit statischen Seiten anfertigen will, einen derartigen Unsinn hatte der Webdesigner bisher noch nie gehört…. Auch nicht, dass ein Ändern der URL, also der www-Adresse, sich in irgendeiner Weise verbessernd auf die Suchmaschinenergebnisse auswirken würde oder könnte… Thema Suchmaschinenoptimierung einer Website war dem Interessenten vermutlich nicht geläufig.

Natürlich hätte der Webdesigner nun entsprechende Aufklärungsarbeit leisten können, aber wenn jemand, wie dieser Interessent, so sehr von sich selbst überzeugt ist und davon ausgeht, sich innerhalb eines knappen Monats (!) in das Arbeitsgebiet Webdesign einlesen zu können und meint, dann alles zu wissen und zu können, dagegen ist kein Kraut gewachsen, und da erübrigt sich dann auch alles Weitere.

Insofern...., man möge es dem Webdesigner wirklich verzeihen, aber dieser ist letztlich auch nur ein Mensch, der nicht wirklich Bock darauf hat, um sinnlos gegen Windmühlen kämpfen zu müssen...., lach !!

Geschrieben von ilozies-webdesign

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